Grand Tour of Switzerland vom 3. bis 28. Juni 2026

Hier unsere Route

Mittwoch, 3. Juni 2026 - leider keine gute Wettervorhersage für die Schweiz. Was tun? Wir starten um 11 Uhr und unsere erster Halt ist der Rasthof Seligweiler bei Ulm-Thalfingen - unsere alte Heimat. Dort waren wir 5 Jahre Stammkunden und so ist eine Einkehr schon obligatorisch, wenn wir in den Süden fahren. Für einen Nachmittagskaffee nehmen wir dort Erdbeerkuchen mit.

Um 16.30 Uhr kommen wir auf dem schönen Stellplatz am Stadtweiher in Leutkirch bei Regen an. Die Fahrt war gut, ohne Stau und Sonne. Jetzt gibt es erstmal Kaffeepause, die wir gerne an dem schönen Grillplatz oder bei der Sonnenliege eingenommen hätten.

Donnerstag, 4.6. morgens um 6 Uhr sonnig bei 11°C, mittags 19°C leicht bewölkt

Um 10.30 Uhr wandern wir um den Stadtweiher herum und setzen uns immer mal auf eine Bank um den 1. Urlaubstag zu genießen. Es gibt einige Sportgeräte, die wir natürlich ausprobieren. Das Freibad liegt direkt gegenüber dem SP. Bei 21°C Wassertemperatur und draußen auch sehr kühl geht Thomas nicht schwimmen. Auch sonst keiner drin.

Na, in dieser schönen italienischen Eisdiele müssen wir doch ein Eis essen

Wir machen noch einen Spaziergang durch die Gassen. Leutkirch hat 24000 Einwohner und gehört zum Landkreis Ravensburg und gehört zu Baden Württemberg. Erste urkundliche Erwähnung finden sich schon im Jahr um 700, somit ist es eine alte Stadt und es gibt viele schöne alte Häuser. Im 2. Weltkrieg wurde auch nicht sehr viel zerstört.

Freitag, 5.6.   teils bewölkt, teils sonnig bei ca. 20°C. Nach dem Frühstück gehen wir nochmal in die Stadt, denn ich brauche Nasenspray und wir brauchen Brot. Wir kaufen uns T-Shirt´s und Thomas eine Wanderhose - ich finde leider keine passende. Um 14 Uhr starten wir nach Bad Ragaz und erreichen den einfachen Stellplatz an der Prizolbahn um 15.40 Uhr. Man kann Frischwasser tanken und die WC Kassette entleeren. Dafür kostet die Übernachtung 28 CHF - das sind Schweizer Preise. Auch die Schweizer selbst sind von den hohen Preisen nicht begeistert. Aber das wussten wir, die Schweiz ist kein günstiges Reiseland. Wir sehen die Prizolbahn aber ob wir morgen aus den Berg zum wandern fahren können, müssen wir abwarten, denn es soll kalt sein und regnen. Und bei einem Preis von über 100 Euro, müssen wir das gut überlegen, denn nur hoch und runterfahren muss nicht sein.

Zuerst ruhen wir uns bei Kaffee und Kuchen erst mal aus, auch wenn die Fahrt gut verlief. Wir genießen die Ruhe und die Aussicht. Ein kleines Wohnmobil steht auch noch da und am Abend kommen noch 3 Wohnmobile dazu.

Zum Abendessen gibt es Käsefondue aus den Elsass, Salat aus unserem Garten, Brot aus Leutkirch und sehr guten Wein aus Israel - Geburtstagsgeschenk von "Brauns´s". Nochmals vielen Dank dafür. Der elektrische Korkenziehen - ein Geschenk von Evelin und Michael, herzlichen Dank dafür  - kommt auch zum Einsatz. Da öffnet man gerne eine Flasche.

Samstag, 6.6. vormittags teils bewölkt und NIeselregen, nachmittags sonnig bei 19°C

Wir beschließen, durch die Taminaschlucht zu wandern und uns die Thermalquelle anzusehen. Wir radeln 3 km nach Bad Ragaz zum Eingang der Schlucht an der Taminabrücke. Ab hier darf nur noch der Schweizer Postbus und Kutschen fahren, denn die Straße ist sehr schmal. Der Weg verläuft 4 km und mit 150 Hm direkt am Fluß Tamina immer leicht bergan entlang bis man zum Alten Bad Pfänders kommt, wo ein Steg zur Thermalquelle führt.

Da fehlt uns nur noch die Wurst! Auf dem Rückweg sehen wir eine Familie, die da Würstchen grillt. Leider nieselt es jetzt die ganze Zeit. 

Das Tamintatal im Jahre 1240: Jäger des Klosters Pfäfers entdecken in der engen, dunklen Schlucht eine Heilquelle. Erst im 17.Jahrhundert wird das Wasser mit Holzleitungen an den heutigen Ort geführt. Zwei grosse Gasthäuser mit Kapelle werden gebaut, eine Trinklaube, eine Metzgerei und eine Sägerei. Zwei- bis dreihundert Menschen verweilen hier bisweilen, baden, essen und trinken, promenieren, vergnügen sich. Die Gäste stammen aus allen Teilen der Schweiz, aus Deutschland und fernen Städten Europas. 1839 wurde die Schlucht mit einer Strasse erschlossen. Ab 1840 führte man das Thermalwasser nach Ragaz, wo der Weltkurort Bad Ragaz entstand. Zwischen 1983 und 1995 wurde das Badgebäude umfassend restauriert. 

In der Alten Küche wurde für zwei- bis dreihundert Gäste gekocht. Heute ein stimmungsvoller Raum für Apéros und ungezwungene Empfänge. 

Die Kapelle des Alten Bad Pfäfers wurde 1719 der Heiligen Magdalena geweiht. Im 19. Jahrhundert wurde die ehemals barocke Ausstattung der Kapelle im neugotischen Stil erneuert und 1985 vollumfänglich restauriert. Sie diente einerseits den Gästen des Heilbades, die sich für die erhoffte körperliche Heilung zusätzliche göttliche Hilfe erbaten.

Die anderen Räume sehen wir uns später an. Jetzt gehen wir erst mal auf dem schmalen Pfad durch die enge Schlucht zur Quelle.

Die Taminaschlucht ist durch die Kraft der Tamina entstanden. Das Wasser des kleinen Flusses hat sich im Laufe der letzten 15 000 Jahre tief in den Boden gegraben. Die enge Felsspalte ist rund 750 m lang und 70 m tief. Nach heutigen geologischen Erkenntnissen ist die Schlucht ca. 4,6 Millionen Jahre.

Ein 1987 gebauter Stollen weist schließlich den sicheren Weg durch das Felsinnere am kleinen Thermalwasserbrunnen (36.5°C) vorbei bis zur Quellwasser-Grotte. Die Pfäferser Heilquelle fliesst Sommer und Winter fast ununterbrochen und liefert etwa 7000 Liter Wasser pro Minute.  Europas wasserreichste Thermalquelle: Mit 36.5 Grad Celsius entströmt das Heilwasser seiner Quelle, vermutlich aus einer Tiefe von etwa 1800 Metern. Untersuchungen ergaben, dass das Wasser im Gebiet um den Tödi, des höchsten Berges der Glarner Alpen, versickert und erst 10 Jahre später wieder an der Heilquelle zutage tritt. Viele Wissenschaftler haben die Heilkraft des Wassers erforscht, zu den berühmtesten gehört der Arzt und Alchemist Paracelsus. Anfangs wurden die ersten Kurgäste noch an Seilen in die Schlucht hinuntergelassen. Sie verweilten bis zu zehn Tage im warmen Wasser und verließen es so wenig wie möglich. MAn dachte, alle Giftstoffe würden aus dem Körper herausgespült. Berühmte Dichter und Schriftsteller wie Rainer Maria Rilke, Thomas Mann, Victor Hugo, Johanna Spyri (Heidi-Autorin), Hans Christian Andersen und James Fenimore Cooper besuchten schon das Bad, sowie Johanna Spyri, die Autorin von "Heidi".

Es schmeckt nicht schlecht. Wieder zurück auf dem schlecht beleuchteten Steg sind wir froh, dass es wieder angenehm kühl wird. Da drin ist es wie in der finnischen Sauna. Baden kann man übrigens nicht. Erst mal verschnaufen auf der Bank und dann holen wir uns Kaffee (10 CHF) zu unserer mitgebrachten Brotzeit. 

Wir sehen uns das alte Hotel noch an. Die Bäder könnte man heute noch benutzen und die Unterkünfte waren damals sicher auch nur reichen Menschen vorbehalten.

Inzwischen ist die Sonne herausgekommen und der Rückweg ist sehr schön.  So genießen wir die Wanderung, zumal es jetzt nur noch bergab geht.

Die Taminabrücke ist eine 2017 in Betrieb genommene Strassenbrücke über die Taminaschlucht im Kanton St. Gallen. Mit einer Spannweite von 260 Metern ist sie die größte Bogenbrücke der Schweiz. Die größte Bogenbrücke der Welt ist die Tian’e-Longtan-Brücke in China mit 600 m Spannweite.

Geschafft! Man hätte auch den Bus nehmen können. Aber schön war´s! Wir radeln noch durch Bad Ragaz - durch den Kurpark vorbei am Grand Hotel und Casino. Dann geht´s zurück zum Womo. Um 17.30 sind wir zurück. Es war ein schöner Tag.

Sonntag, 7.6. Um 7 Uhr scheint schon die Sonne bei 15°C. mittags sind es 23°C

Eigentlich hatten wir eine Bergwanderung auf dem Prizol geplant, aber das Wetter sah morgens nicht so gut aus. Die Berge waren nebelverhangen. Da die Bergbahn auch 100 Euro für uns gekostet hätte, haben wir uns entschlossen, das Heididorf zu besuchen. Wir radeln 7 km dorthin. Am Anfang gemütlich flach aber die letzten 2 km geht es steil hinauf und die letzten 150m schieben wir die Räder. Der Eintritt kostet 15 Euro/Person. Es gibt 4 Häuser, in den das Leben von Heidi und dem Almöhi gezeigt wird. Wer kennt die Geschichte von Johanna Spyri nicht. Der Roman wurde erstmals 1880 veröffentlicht und in über 50 Sprachen übersetzt. 

12. Juni 1827  Geburt als Johanna Louise Heusser in Hirzel (Kanton Zürich) als viertes von sechs Kindern. Ihr Vater war Dorfarzt, ihre Mutter eine bekannte Dichterin. 1879/1880: Ihr größter Erfolg entsteht: In nur wenigen Wochen schreibt sie den zweiteiligen Weltbestseller Heidi (Teil 1: Heidis Lehr- und Wanderjahre, Teil 2: Heidi kann brauchen, was es gelernt hat. Im Mai 2023 wurden die beiden Zürcher Heidi- und Johanna Spyri-Archive in das UNESCO Weltregister «Memory of the World» aufgenommen.

  • Das Original-Heidihaus: Das historische, rund 300 Jahre alte Bauernhaus ist der eigentliche Ursprung der Geschichte. Es ist bis heute weitgehend im Originalzustand erhalten und zeigt, wie Heidi und der Alpöhi damals gelebt haben. 
  • Heidis Alphütte: Diese Hütte, in der Heidi den Sommer bei ihrem Großvater verbrachte, ist ein Nachbau. Das echte Original (die Maiensäss) liegt weiter oben am Berg, ist jedoch bis heute in privater landwirtschaftlicher Nutzung und für Besucher nicht zugänglich. 
  • Die Dorfschule und das Rathaus: Die historischen Gebäude, darunter die Dorfschule aus dem Jahr 1880, wurden liebevoll restauriert und eingerichtet, um das Leben der damaligen Zeit authentisch darzustellen. 

Thomas spielt natürlich den Lehrer aber so einfach hatte es dieser damals auch nicht. Und man glaubt es kaum aber auf so einer Schulbank saß ich in der 1. Klasse. Nur hatten wir schon Schulhefte für die ersten Buchstaben. Eine Tafel gab es nur vorne beim Lehrer.

 

 

 

 

So ein WC kenne ich auch noch aus meinen Kindertagen!
Aber mit nur einem Sitz! Unglaublich, das ist fast 70 Jahre her

 

Klara´s Rollstuhl<- man sitzt nicht schlecht

Es war sehr interessant. Eine ehrenamtliche Führerin erzählt uns noch viel über die Geschichte von der Gegend um Maienfeld. Ab dem 14. Jahrhundert wanderten Walser in der Umgebung der Stadt ein und gründeten mehrere Siedlungen. Sie kamen bedingt durch die Armut im Wallis und Tessin hierher. Man duldete sie, weil man auf die Arbeitskräfte angewiesen war. Die Menschen hier - wie in der gesamten Schweiz im ländlichen Raum waren bis ins 19 Jh. bettelarm. Erst durch den Tourismus zog Wohlstand ein.  Wir radeln gemütlich bergab durch Maienfeld und die Weinberge.

Es war ein herrlicher Tag! Um 15.30 Uhr sind wir wieder am Womo und genießen diesen herrlichen Sonnenschein und diese Ruhe vor unserem Womo. Wir sind ganz allein hier. Morgen fahren wir weiter.

Montag, 8.6.    23°C, sonnig

Um 11 Uhr Abfahrt nach Davos. Wir haben uns bei der Tourisentinfo per Mail einen Parkplatz für große Wohnmobile vorschlagen lassen. Leider können wir diesen nicht anfahren, weil es wegen Bauarbeiten einen Umweg gibt und so verfahren wir uns gründlich und merken das viel zu spät um umzukehren. Die Landschaft und der kleine Pass gefällt uns auch gut und so beschließen wir nicht zurückzufahren, um wie geplant der Fluelipass über Zernez zu fahren - auf der Grand Tour. Diese Strecke kennt wohl kein Tourist - also kein Verkehr. Toll. So fahren wir Richtung Landwasser/Albula über den Julierpass, vorbei an Surses und dem Stausee Lai de Marmorera  (See, Bild ganz rechts), ...

Vom Julierpass, Richtung Süd nach Nord-Ost waren wir etwas enttäuscht, weil man nirgends anhalten kann, um die schöne Landschaft zu genießen. Der Blick auf den Silvapanasee (Bild unten rechts) ist sehr schön. 

.... vorbei an Sankt Moritz und dem St. Moritzersee, 12 km weiter nach Pontresina, zum schönen Campingplatz Morteratsch. Um 16 Uhr kommen wir an und finden einen schönen Platz.

Wir haben den ganzen Tag nichts gegessen, da gibt es ganz schnell ein paar Käsebrote und einen sehr guten Schweizer Wein. Wie immer, wenn wir ein Selfi machen, lachen wir uns halb tot, weil wir es nicht gut hinbekommen. Später bruzzelt Thomas Putensteaks und ich mach eine Spargel-Nudel-Pasta. Danach sind wir platt und fallen sehr müde ins Bett.

Dienstag, 9.9.    schon in der Nacht regnet es fast ununterbrochen und es ist kalt. Auch den ganzen Tag nieselt es zunächst bei 10°C. Um 14 Uhr wagen wir es, eine kurze Wanderung zu machen aber schon nach einer halben Stunde fängt es an zu schütten. Wir sehen noch den Bahnhof der rhätischen Bahn. Viele Wanderer wollen hier einsteigen. Die Alpkäserei macht erst morgen auf und so treten wir schnell den Rückweg an. Nach einer guten Std. sind wir wieder am Womo - total nass, trotz Regenkleidung! Nur meine Wanderstiefel sind innen trocken. 

Jetzt fehlt nur Sonnenschein und eine Wurst und der Tag wäre perfekt. Es ist eine herrliche Landschaft.

Jetzt fängt es auch noch an zu schneien! Dabei hätte das so schön sein können (3 Bilder aus dem Internet)

Mittwoch, 10. Juni  Das war ein Tag! Wir haben eigentlich keinen Winterurlaub geplant - deshalb nichts wie weg in den Süden. Wir ändern unsere Route und fahren nach Bellinzona. Durch diese Stadt sind wir schon so oft gefahren, haben sie aber nie angesehen, weil wir immer an den Lago Maggiore sind. Aber ich möchte noch in die Apotheke und mir andere Ohrentropfen holen. Mein Ohr ist immer noch zu. Der Pfropf löst sich nicht.

Wieder durch Sankt Moritz - das hätten wir uns sehr gerne angesehen und um den schönen Moritzersee gewandert. Aber man sieht fast nichts -Nebel.

Es geht über den über den 1815 m hohen Malojapass, nochmal vorbei an dem schönen Silvaplanasee, den wir auch umwandern wollten,  in Richtung italienische Grenze in Castasegna, das zur Lombardei gehört. Der Malojapass (italienisch Passo del Maloja) ist ein 1815 Meter hoher Schweizer Alpenpass im Kanton Graubünden, der das Oberengadin mit dem steil abfallenden Bergell (Val Bregaglia) und Italien verbindet. 

Auf der 33 Kilometer langen Strecke von Majola (Schweiz) nach Chiavenna (Italien) überwindet man knapp 1100 Höhenmeter und durchfährt 23 Haarnadelkurven (Kehren). Passhöhe 1850 m. Der Pass liegt auf der Wasserscheide zwischen Donau (über den Inn) und Po (über die Maira). 

Wir passieren die Grenze ohne Kontrolle und es wird italiensich. Die Dörfer sehen anders aus. Bei schönem Wetter wäre ein Stopp schön gewesen.

In Chiavenna biegen wir ab zum Splügenpass. Und jetzt wird es spannend!

Unser Wohnmobil wiegt ca. 7 Tonnen, also kein Problem. Es ist aber 2,39m breit! Da wird mir ja schon bange. Aber es steht da, dass Busse bis 2,55m und 10m Länge fahren dürfen, also sagt Thomas: "Wir sind nur 8,60m lag, das passt". Er ist den als sehr schwer befahrbaren Vršičpass mit 51 engen Serpentinen. Der ADAC empfiehlt beide Pässe nicht für große Wohnmobile. Da bei diesem Schietwetter kaum Verkehr ist, fahren wir weiter, denn wir hätten einen sehr großen Umweg fahren müssen. Also los geht die wilde Fahrt.

Der Splügenpass (italienisch Passo dello Spluga, rätoromanisch Pass dal Spleia) liegt auf einer Höhe von 2114 m ü. M.,[1] verbindet Splügen im schweizerischen Rheinwald im Kanton Graubünden (Nordseite) mit Chiavenna in der italienischen Provinz Sondrio sowie dem Comer See (Südseite) und trennt die Tambogruppe im Westen von der Plattagruppe im Osten, womit er auch auf der Trennlinie zwischen Westalpen und Ostalpen liegt. Über den Pass verläuft die Wasserscheide zwischen dem Rhein und dem Po, die hier der Grenze zwischen der Schweiz und Italien entspricht.

Zwischen der Passhöhe und Chiavenna ist auf einer Strecke von etwa 40 Kilometern ein Höhenunterschied von knapp 1800 Metern zu überwinden. Insgesamt 75 Spitzkehren, 52 auf der italienischen Seite, 23 auf der Schweizer Seite, wobei die italienische Seite besser zu befahren ist. Steigung: Durchschnittlich ca. 6,3 %, in der Spitze bis zu 14,7 %.

Wir erreichen die Passhöhe 2114m und jetzt wird es wirklich schwierig. Nochmal ein Schild. Aber kaum Verkehr.

Jetzt kommt auch noch eine Baustelle! Thomas ist voll konzentriert aber er meistert das hervorragend! Gleich ist es geschafft.

Es ist beeindruckend, wie die Kühe und Ziegen in den Berghängen weiden. In Splügen kaufen wir bei einem der besten Metzger der Schweiz Bündner Fleisch. Wir kommen mit Walter aus Splügen ins Gespräch. Er hat einen 7m langen Carthago und ist beeindruckt, dass Thomas den Splügenpass gefahren ist. Er hat sich das noch nie gewagt. Großen Respekt, sagt er, vor dieser Leistung.

Dann fahren wir auf den San Bernadinopass. Natürlich nehmen wir die alte Straße und nicht die Autobahn.

Auch diese 3 Radler fahren den alten Pass und wir fragen uns, wo die wohl am späten Nachmittag bei diesem Wetter noch hinwollen. Es kommt lange kein t. Der San-Bernardino-Pass ist eine Panoramastraße in der Schweiz, die von Hinterrhein im Hinterrheintal im Kanton Graubünden nach Bellinzona im Tessin führt. Unser Strecke ist 64 km lag. Die Passhöhe ist auf 2066m. 74 Kehren! Und die Fahrzeugbreite ist auch hier auf 2,30 m begrenzt. Sie ist nach der Gotthardpassroute eine der wichtigsten alpenquerenden Verbindungen in Nord-Süd-Richtung und wird oft als Ausweichroute für die Gotthardroute genutzt. Die Landschaft wechselt von stark bewaldet zu einer kahlen Region. Schade dass das Wetter so schlecht ist. Aussteigen will man nicht wirklich

Hier wollen wir unbedingt aussteigen. Die paar Meter zu diesem Aussichtspunkt schaffen wir  - aber bei 3°C und Windgeschwindigkeit ???

Wir passieren viele schöne Wasserfälle. Da wir tanken müssen, fahren wir bei Mesocco auf die Autobahn, um dort zu tanken. Dann geht es schnell nach Bellinzona auf den Campingplatz Bellinzona, der nicht sehr schön ist aber wir sind schon so oft durch diese Stadt gefahren, dass wir sie man ansehen wollen. Um 18.45 kommen wir an und haben erst mal Hunger. Eine Currywurst ist schnell gemacht und schmeckt gut. Spargelsalat haben wir noch übrig und Reis kommt aus der Tüte. Es war ein langer Tag und sehr anstrengend aber schön. Und jetzt ist es warm, hurra! Wir bezahlen mal für 1 Nacht 50 CHF.

Donnerstag, 11. Juni sonnig! 23°C!!! Ich habe jetzt seit Tagen Probleme mit einem Pfropf im Ohr. Bei Herr Dr. Pandolfo in der Altstadt bekomme ich um 11 Uhr einen Termin. Wir fahren die 3,5 km mit den Rädern. Der Arzt untersucht gründlich mit Monitor, sodass ich den Pfropf selbst sehe. Ken Wunder, ich höre nichts mehr. EIn sehr freundlicher und kompetenter Arzt und auch die Assistentinnen sind sehr freundlich. Es kostet 80 CHF. Wir hatten mehr erwartet, denn Nase und Mundhöhle hat er auch noch untersucht und mir empfohlen, regelmäßig Nase und Ohren zu pflegen. Er gab mir entsprechende Medikamente mit.

Dann holen wir zuerst mal unser Frühstück nach, mit einem leckeren Apfel- und Rhabarbertörtchen, sowie Cappuccino. 35 CHF, da war der Arzt vergleichsweise günstig. Anschließend sehen wir uns die Kirche Chiesa Collegiata dei Santi Pietro Stefano gegenüber an. 

Stiftskirche St. Pietro e Stefano - Dieser Renaissancebau mit dem einschiffigen Inneren aus dem 16.-17. Jhdt ist reich an Stukkaturen aus dem 17. Jhdt und weist eine doppelte Reihe von Seitenkapellen auf, die mit Gemälden aus verschiedenen Jahrhunderten, vorwiegend aus dem 17. Jhdt, geschmückt sind. Sehenswert ist die im Jahre 1784 entstandene Kanzel aus poliertem farbigem Gips (eine Nachahmung kostbaren Marmors).

Das Rosettenfenster über der Orgel ist ein herausragendes Renaissance-Detail. Die prächtige, zwölffrahlige Rosette hat einen Durchmesser von 5 Metern und wurde an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert geschaffen.

Die Pfeifenorgel ist das Ergebnis der Rekonstruktion eines alten Instruments im Jahr 1998. Dieses war im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut worden, wobei der ursprüngliche Kern aus dem Jahr 1588 stammt . Das Instrument verfügt über einen rein mechanischen Antrieb , zwei Manuale mit je 64 Tasten und ein Pedal mit 20 Tasten .

Anschließend fahren wir mit einem kostenlosen LIft zur Burg Castel Grande hinauf. Als eine der drei Burgen von Bellinzona gehört sie seit 2000 zum Welterbe der UNESCO. Castel Grande wurde auf einem Hügel erbaut, der seit über 6000 Jahre bewohnt ist. Die heute noch erhaltene Festung geht jedoch auf das Spätmittelalter, d.h. zwischen dem 13. und dem Ende des 15. Jahrhunderts, zurück: 

Die Aussicht auf die beiden anderen Burgen der Festung Castello di Montebello und Castello di Sasso Corbaro

Wir radeln noch weit durch Bellinzona, teilweise am Fiume Tecino entlang. Eigentlich wollten wir zu einem Parco Bosco aber bei der Hitze ist es mir zu steil. Wir sehen schöne Villen mit Palmen und eine alte steinerne Brücke. 

Wir buchen noch eine Nacht. Zum Abendessen gehen wir im kleinen Campingrestaurant Pizza essen. Sie war auch wirklich gut. Die Wassertemperatur im kleinen Pool war etwas kalt, da will auch Thomas nicht rein. Der Platz ist soweit ok aber länger als 2 Tage hält es uns hier nicht. Es ist nicht ruhig hier, man hört die Straße. Und dafür 50 CHF ist es eigentlich nicht wert.

Freitag, 12. Juni - sonnig, 28°C    Wir starten nach einem gemütlichen Frühstück um 11 Uhr vorbei am Luganersee und fahren den Campingplatz Tresiana in Monteggio an, ca. 4,5 km von Ponte Tresa entfernt, das direkt am See liegt. Dieser Platz hat einen Pool und Thomas möchte gerne mal ausgiebig schwimmen gehen. Ein kleiner, sehr feiner Platz und sehr schön gelegen, direkt an der Tresa, wo man im Sommer ganz sicher baden kann, denn der Fluß ist nicht kalt. Wir haben ein schöne Aussicht und stehen an diesem Eck ganz alleine.

Auf dem Platz gibt es auch viele Dauercamper und da sieht man interessante Sprüche. Es werden auch 5 schöne Bungalow´s angeboten.

Da ist der Thomas glücklich! Und zum Abendessen bruzzelt er Kalbsgeschnetzeltes mit breite Nudeln und Salat. Dazu einen Geburtstagswein von Braun´s, was braucht der Mensch mehr um glücklich zu sein. Und dann noch diese Temperaturen von fast 30°C. Es war ein herrliche Tag!

Samstag, 13. Juni    sonnig, 30°C   Das 1. Mal Frühstück im Freien in diesem Urlaub! Ganz gemütlich. Danach geht Thomas eine halbe Stunde schwimmen. Um 12 Uhr wandern wir entlang der Tresa und im Schatten der Bäume 7 km nach Ponte Tresa und fahren mit dem Postbus (kostenlos) zurück. Die Tresa misst nur 15 Kilometern Länge und fliesst bei Ponte Tresa auf 271 m.ü.M. aus dem Luganersee und mündet bei Luino (Italien) auf 193 m.ü.M. in den Lago Maggiore. Sie bildet über die Hälfte ihrer Länge die Grenze zwischen dem Schweizer Kanton Tessin und der Lombardei, Provinz Varese, in Italien.

Ein herrlicher Rastplatz aber ich kämpfe mit meinen Schuhen, die am Fersen scheuern.

Es war eine schöne Wanderung und durch den Fluss und die Bäume war es meistens schattig. Um 16 Uhr sind wir wieder auf dem Campingplatz und Thomas geht noch eine Runde schwimmen.

Sonntag, 14. Juni    sonnig, 32°C    Wir rollern heute zum Lago Maggiore nach Luino, das sind 9,5 km. An der Grenze gibt es keine Kontrollen, es steht auch niemand da, als wir die Grenze passieren. In Luino parken wir den Roller und machen einen Spaziergang an der Promenade. Danach rollert Thomas 18 km entlang des See´s aber man kommt sehr schlecht an den See, da die Ufer mit Häuser und Villen bebaut sind. In irgendeinem Ort essen wir einen Erdbeereisbecher und rollern wieder zurück - wieder entlang der Tresa. Am Ende fahren wir mit dem Roller fast 100 km - mir hat das gar nicht gefallen, ich hätte liebe meine Füße in den See gesteckt. Am Abend sehen wir noch eine Weile das WM Spiel Deutschland Curacao an, das für Deutschland mit 8:1 endet.

Montag, 15.6.    sonnig, 30°C    Heute rollern wir nach Lugano-Melide zum Miniaturpark Swissmini. Das sind 20 km.

Wilhelm Tell Denkmal in Altdorf

Tiflisbahn in Engelberg. Da waren wir schon

Heidi-Dorf in Maienfeld - das war sehr interessant im Original

Kathedrale Sankt Nikolaus in Fribourg.
Süd-westlich von Bern

angrenzend an den Park der Luganer See

Schloss Burgdorf, Kanton Bern

Boxauto auf dem Wasser haben wir noch nie gesehen

Kathedrale in Lausanne

Festung Munot in Schaffhausen

Rathausplatz, Stein am Rhein

Bobbahn in St. Moritz. Die hätten wir uns gerne angesehen aber das Wetter .....

Fast alle Bahnen der Schweiz fahren hie

Basler Münster - leider noch nie gesehen

Wir haben 3 Std. in dem Park verbracht. Es hat uns sehr gut gefallen. Vielleicht besuchen wir irgendwann mal die Originale, die wir hier gesehen haben. Thomas geht natürlich nochmal in den schönen Pool im Camping, denn jetzt geht es in die Berge, da ist eher wandern angesagt.

Dienstag16.6. leicht bewölkt 25°C   Um 11 Uhr Start zurück über Bellinzona und dann Richtung Sankt Gotthard Pass. Unterwegs nach 83 km halten wir am Wasserfall Piamogna in Faido im Leventinatal an. Der Wasserfall des Piumognas ist 43 Meter hoch, einer der spektakulärsten des Tessin! Es gibt schöne Picknikplätze mit Grillstellen aber wir wollen nur kurz verweilen. Weiter immer entlang des FLusses Ticino.

Auch einen schönen Brunnen gibt es. wir sehen einen Maulbeerbaum und essen ein paar von diesen leckeren Früchten. Da hätten wir doch ein Eimerchen mitbringen sollen, dann hätte es demnächst eine leckere Marmelade gegeben. 

Wir fahren noch 8 km weiter zum Camper Stop nach Rodi-Fiesso und es gibt erstmal leckere Vanillecremetörtchen mit Erdbeeren und Kaffee. Später machen  Brotzeit mit Brezeln, Tomaten, Büffelmozarella und sehr gutes Bündnerfleisch. Dazu ein Gläschen von Braun´s Wein - was braucht der Mensch mehr, um glücklich zu sein. 

Mittwoch, 17.6.   sonnig, 23°C     Die Nacht war extrem laut. Wir wissen aber nicht, woher das Geräusch kam. Nach einem kleinen Frühstück gehen wir zur 100m entfernten Gondelstation. Die Gondel befördert 8 Personen von 940NN auf 1820 NN - ganz gemütlich hinauf zum Tremorgiosee.. Hin- und Rückfahrtkarte kostet 40 CHF.

Der Bergsee hat einen Durchmesser von ca. 500m und man kann in in einem Rundweg von 3 km umwandern. Bei uns dauerte das ca. 1 Std. weil wir an jedem Eck verweilten, um uns die schöne Landschaft und die Alpenrosen anzusehen. 

Wir sehen einige Enziane

Thomas würde gerne noch zu einer Hochalm wandern aber für mich ist das viel zu weit und zu steil. Nach einer halben Stunde kehren wir um und fahren dann mit der Gondel wieder ins Tal. An den Berghängen wachsen überall Alpenrosen. 

Von hier oben sieht man unser Wohnmobil und uns wird klar, warum es so laut war heute Nacht. Die Bahnlinie verläuft direkt hinter dem  Stellplatz. Unten angekommen, sind wir auch schnell zur Abfahrt fertig aber dann ist das Handy von Thomas nicht auffindbar. Da fällt ihm ein, es liegt wahrscheinlich bei seinem Ruheplätzchen da oben. Also schnell zurück zur Gondel - der Angestellte läßt ihn umsonst hochfahren. Tatsächlich, das Handy wurde dort gefunden in dem kleinen Gasthaus abgegeben. 

So können wir unsere Weiterfahrt erst um 16:30 fortsetzen in Richtung Airolo und den Gotthardpass. Zunächst verfahren wir uns (mal wieder) aber so sehen wir sehr schöne alte Holzhäuser in kleinen Dörfern. Gerne wären wir die ganz alte Passstraße, die "Tremola" gefahren aber über 3,5 t Fahrzeuge dürfen sie nicht fahren. Also fahren wir die alte Passstraße, die ist auch sehr schön und man sieht auf die Tremola hinunter. 

Unten die Autobahnpassstraße

Fakten zum Gotthardpass: Höhe: 2.107 Meter über dem Meer

  • Lage: Verbindet Andermatt (Kanton Uri) und Airolo (Kanton Tessin)
  • Länge: Alte Passstraße ca. 13,4 km, die B2 moderne Passstraße etwas kürzer
  • Steigung: Durchschnittlich 5,5%, max. bis 9%
  • Wintersperre: In der Regel von Nov. bis Mai
  • Geschichte: Bereits in der Römerzeit genutzt, moderne Passstraße im 19. Jahrhundert erbaut
  •  Tremola: Historische, kurvenreiche Kopfsteinpflasterstraße auf der Tessiner Seite. Im spektakulärsten Abschnitt überwindet diese Strasse auf einer Länge von vier Kilometern 300 Höhenmeter in 24 Kehren, die sogar eigene Namen tragen.
  • Gotthard-Basistunnel: Unter dem Pass verläuft der längste Eisenbahntunnel der Welt (57,1 km). Der Gotthard-Strassentunnel ist 16,9 km lang.
  • Bis zu 2.300 Meter unter der Gesteinsoberfläche, was ihn auch zum tiefsten Bahntunnel der Welt macht
  • Eröffnung: 1. Juni 2016. Im Vegleich: Eurotunnel zwischen Frankreich und Großbritannien (50,5 km)

Blick auf die Tremola Passstraße

Auf der Passhöhe angekommen und einen Parkplatz mit Sicht auf den Lago dei Monti bekommen. Es wimmelt von Wohnmobilen und PKW´s. Wir werden, wie viele andere auch, hier übernachten. Da es über 2000NN liegt, kostet die Übernachtung nichts. 

Bild Mitte: . Das Hospiz blickt auf eine fast 800-jährige Geschichte zurück und dient heute als historisches Hotel. Ab dem 17. Jahrhundert bauten die Kapuziner das Hospiz aus und übernahmen die Beherbergung und Pflege der Reisenden. Zwischen 2008 und 2010 wurde das vom Verfall bedrohte, historische Gebäude fast vollkommen restauriert. Im August 2010 nahm es als Drei-Sterne-Hotel seinen Betrieb auf mit 13 Zimmern und 28 Betten. Bild rechts: das Wappen des Kantons Uri zeigen auf gelbem Grund einen schwarzen Stierkopf mit rotem Nasenring und roter Zunge. Das Tier wird traditionell als Auerochse (Urochs) gedeutet. Der Stierkopf leitet sich sprachlich direkt vom Namen des Kantons „Uri“ ab. Das Tessiner Wappen ist vertikal rot-blau.

Von hier oben aus kann man viele Wanderungen machen. Zum Abendessen machen wir uns frische Ravioli, denn leider gab es keine Bratwurst mehr am Kiosk. Dort ist nur bis ca. 15 Uhr geöffnet.

Donnerstag, 18.6    sonnig 23°C    Beim Frühstück genießen wir nochmal diese herrliche Aussicht, dann geht es den Gotthard bergab nach Andermatt. In der Nacht hatte es 14°C. Aber es wird schnell wieder warm.

Wir stellen unser Womo in Andermatt für Tagesticket 9 CHF auf dem P! am Bahnhof ab und gehen ca. 10 min zur Teufelsbrücke. Die Teufelsbrücke in der Schöllenenschlucht bei Andermatt (Kanton Uri) ist eines der geschichtsträchtigsten und sagenumwobensten Wahrzeichen der Schweiz. Sie überspannt die reissende Reuss an einer ehemals unpassierbaren Schlüsselstelle der zentralen Gotthardroute. Die Schöllenenbahn fährt direkt an der Schlucht vorbei.

Die Walser (um 1200): Sie waren die Ersten, die den Weg durch die Schlucht bezwangen. Die Urner (um 1230): Zusammen mit einheimischen Handwerkern errichteten sie die erste hölzerne Teufelsbrücke über die reissende Reuss. Laut der Sage half ihnen dabei der Teufel, weil die Menschen allein an der Strömung verzweifelten. 1820–1830: Ein Urner Ingenieur baute die zweite Teufelsbrücke aus massivem Granit, die heute noch steht und Teil des Rundwegs ist. Leider wird  das Restaurant Teufelsbrücke nicht mehr bewirtschaftet. Der Rundweg ist ca. 700m lang und in gut 30 min. zu bewältigen aber wir stehen und staunen.

Man erreicht eine offene Tür im Fels. Der Weg führt durch einen kurzen, beleuchteten militärischen Stollen mitten durch den Berg.

Die Sage von der Teufelsschlucht: Im 13. Jahrhundert wollten die Urner unbedingt einen sicheren Handelsweg durch die Schöllenen-schlucht bauen. Doch an der wildesten Stelle, wo die Reuss tobte, scheiterten sie kläglich. Jedes Mal, wenn sie eine Holzbrücke errichteten, rissen die reissenden Wassermassen das Bauwerk sofort wieder mit sich fort. Der verzweifelte Landammann (der Gemeindechef) verlor schliesslich die Nerven und rief laut in die Schlucht hinauf: «Da soll doch der Teufel eine Brücke bauen!»

kürzester Zeit eine unzerstörbare Brücke aus Stein über den Abgrund bauen.  Sein Preis war jedoch hoch: Die erste Seele, die die neue Brücke überquert, sollte für immer ihm gehören. Die Urner, in grosser Not, willigten ein und unterschrieben den teuflischen Vertrag.

Der Teufel hielt sein Wort. In Windeseile stand eine prachtvolle, feste Steinbrücke über der Schlucht. Nun wartete der Teufel auf der anderen Seite gierig auf seinen Lohn – die Seele des ersten Menschen. Die Urner waren jedoch schlau. Sie dachten gar nicht daran, einen ihrer Bürger zu opfern. Sie banden einem Ziegenbock (im Urner Dialekt ein «Geissbock») ein Seil um den Hals und trieben das laut meckernde Tier als Erstes über die Brücke. 

Als der Teufel sah, dass ihm kein Mensch, sondern ein zotteliger Ziegenbock entgegenkam, schäumte er vor Wut. Er packte das Tier und zerriss es augenblicklich in Stücke. Er fühlte sich zutiefst beleidigt und betrogen. Rasend vor Zorn beschloss der Teufel, sein eigenes Bauwerk wieder zu zerstören. Er flog davon und holte einen gigantischen, tonnenschweren Felsbrocken, um die Brücke damit zu zertrümmern.  Als er schwer atmend mit dem Riesenstein auf dem Rückweg war, traf er kurz vor der Schlucht auf eine gottesfürchtige, alte Frau. Diese erkannte den Teufel sofort. Blitzschnell und unbemerkt ritzte sie mit einem Messer ein Kreuz in den FelsbrockenAls der Teufel den Stein wieder hochheben wollte, verliess ihn wegen des heiligen Symbols schlagartig die Kraft. Er verfehlte sein Ziel, stolperte und liess den Felsbrocken kurz vor Göschenen fallen. Der Teufel floh wütend und liess die Urner und ihre Brücke für immer in Ruhe.    Der über 200 Tonnen schwere Teufelsstein steht heute noch bei Göschenen. 1973 wurde er um 127 Meter verschoben, damit die Autobahn gebaut werden konnte.

Um 14 Uhr setzen wir unsere Fahrt fort. Es geht nur 11 km zum Oberalppass, wo wir auf der Passhöhe in 2014 müM für 5 CHF auf dem Parkplatz übernachten können. Die Landschaft des Oberalppass ist sehr schön. Die Passstraße (Hauptstrasse 19) erstreckt sich über rund 32 Kilometer. Sie weist eine maximale Steigung von 10 % auf.

Im Piz Calmot (oben rechts) bekommen wir um 14.30 Uhr Wiener Schnitzel (Schwein) mit Pommes und Gemüse sowie 1 Cola und 1 Bier für 70 CHF. Wir stellen mal wieder fest - in der Schweiz ist es etwas teuer.

Thomas wandert noch eine 2 Std.-Wanderung mit 300 Hm auf den Berg. Ich arbeite an meinem Blog.

Freitag, 19.6.   sonnig, auf den Pässen zwischen 18°C und 22°C

Wir hatten eine sehr ruhige Nacht! Um 6 Uhr stehen wir auf und fahren den Pass wieder hinunter über Andermatt, dann auf die B2 Hospental auf den Furkapass. Dieser wird als landschaftlich sehr schön beschrieben und als sehr serpentinenreich. Na ja, spektagulärer als der Splügenpass ist er nicht. Aber hier die Fakten: Er verbindet den Kanton Uri mit dem Wallis. Passhöhe: 2429m. BIs 11% Steigung.  Anhängerverbot. 29 km lang. Im Winter gesperrt. 1866 wurde die erste Straße gebaut und 1914 fuhren schon die ersten Kutschen über den Pass. 1982 wurde der Furkabasistunnel gebaut und seitdem kann man mit der Autoverladung die Strecke sehr schnell und ganzjährig  befahren. Die Strecke von Oberwald nach Realp dauert 20 min. Unser Womo würde 230 CHF kosten. Wir wollen aber auch die Landschaft sehen. Und die ist wirklich schön. Auf der Passhöhe verläuft die Europäische Wasserscheide. Zum einen in die Nordsee, zum anderen in das Mittelmeer.

Wir sehen sehr viele Radfahrer die für ein Rennen am Wochenende trainieren.

Es liegt noch viel Schnee auf den Bergen. Wir halten oft an und sehen uns die vielen Wasserfälle an. Teilweise wird es eng, vor allem wenn ein Bus entgegenkommt. Aber es ist doch noch Vorsaison, da geht´s mit dem Verkehr.

Auf der Passhöhe angekommen, steigen wir kurz aus und genießen diese herrliche Aussicht. Es liegt Schnee auf den Gletschern und ...

... da sehe ich doch tatsächlich einen Radfahrer mit Skiern zum Gletscher fahren

Am Belvedere Hotel waren wir von 20 Jahren mit Mutti und Tante Erika. Wir haben die Eishöhle besucht und den Gletscher gesehen. Der Parkplatz ist voll und so fahren wir weiter. Das Hotel Belvédère am Furkapass ist das wohl berühmteste Passhotel der Welt, dank des Films von James Bond Goldfinger. 1882 wurde es von der Walliser Hotelierfamilie Seiler in eine markante Spitzkehre der neuen Furkastrasse gebaut, mit besten Aussichten auf die Walliser und Berner Alpen und vor allem: in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rhonegletscher, der Hauptattraktion.

In der Zwischenzeit hat sich der Rhonegletscher derart stark zurückgezogen, dass er vom Hotel aus längst nicht mehr zu sehen ist. Dafür hat sich das Belvédère selbst zum beliebten Fotospot entwickelt. Seit 2015 ist das Hotel geschlossen. Mutti und Tante Erika haben hier noch Kaffee und Kuchen genossen, mit herrlicher Aussicht. 

Ein Bild aus dem Internet

Der Rhonegletscher zählt zu den am intensivsten erforschten Gletschern weltweit. Er ist der Ursprung des Flusses Rhone (im Oberwallis „Rotten“ genannt), der von hier aus 812 Kilometer weit bis ins französische Mittelmeer fliesst. Direkt an der Straße befindet sich die Eisgrotte, welche seit 1870 in den Gletscher geschlagen wird. Heutige Situation des Gletschers: 7,7 Kilometer: Aktuelle Gesamtlänge des Gletschers (vom Dammastock bis zur Zunge). 13,6 Quadratkilometer: Die verbliebene Gesamtfläche des Eisfeldes. Um 1400 Meter hat sich die Gletscherzunge seit ihrem Höchststand im Jahr 1850 (Kleine Eiszeit) insgesamt zurückgezogen. Ursprünglich war der Gletscher ca. 10 km lang. Heute ist die Zunge ca. 7,5 km lang. Bis zum Jahr 2100 wird der Gletscher ganz verschwunden sein.

Wir fahren weiter Richtung Gletsch und von dort über den Grimselpass weiter.

 

Die Dampfbahn Furka-Bergstrecke verbindet auf rund 18 Km Realp im Kanton Uri mit Oberwald im Kanton Wallis. Die Strecke führt durch eine weitgehend unberührte Hochgebirgslandschaft, entlang steiler Hänge, durch enge Schluchten und hinauf auf über 2’000 Meter über Meer. Wir sehen sie einige Male. Nachdem die Bergstrecke 1982 durch die Eröffnung des winterfesten Furka-Basistunnels überflüssig wurde, retteten Eisenbahnbegeisterte die spektakuläre Strecke vor dem Abbruch und bauten sie in jahrelanger Arbeit komplett als Museumsbahn wieder auf.

Schön, dass wir annalten müssen, so rauscht sie direkt an uns vorbei. Bild Mitte: Nach Brig - wo wir mit Mutti, Tante Erika und auch mit Beate mal waren, ist nicht weit aber da wollen wir dieses Mal nicht hin. Es wird jetzt heiß und da zieht es uns nicht in ein Thermalbad sondern eher an einen kühlen See. 

Nach vielen Serpentinen möchte Thomas in Gletsch eine kleine Pause einlegen, bevor es weitergeht zum nächsten Pass, dem Grimselpass. Doch da in Gletsch viel gebaut wird, finden wir keinen Parkplatz. Thomas findet auf dem Navi einen Campingplatz in Oberwald. Also ändern wir unsere Pläne und übernachten auf dem schönen Naturcampingplatz Forest Lodge. Etwas chaotisch aber schön und wir finden ein schönes Plätzchen für 36 CHF ohne Strom und auch sonst keinerlei Komfort. Es gibt Zimmer in alten Baracken, die für die Arbeiter des Furkatunnels gebaut wurden und Zimmer in alten Bahnwaggons.

Im Bistro/Kiosk trinken wir mittags Kaffee, 2 Kuchen, 2 Kugeln Eis und 2 kleine Becher Eis für sage und schreibe 45 CHF, das sind ca. 50 Euro. Da haut´s uns fast um. Abends kann Thomas endlich mal grillen. Wir haben noch 2 Bratwürste und 2 Putenschnitzel.

Samstag, 20.6.   sonnig, sehr schwül bei 30°C.  Unsere Lieben daheim senden uns Nachrichten, dass es über 35°C hat.

Die Nacht war sehr ruhig, denn nachts fahren keine Züge der Furkabahn, die direkt am Camping vorbeifährt. Wir entsorgen noch an der selbst gebauten Station und tanken Wasser. Dann halten wir im Ort an um einzukaufen. Oberwald selbst hat ca. 300 Einwohner, mit den eingemeindeten Orten ca. 700. Man sieht noch wunderschöne alte Holzhäuser, die vielleicht schon 400 Jahre alt sind.

Dann fahren wir zurück nach Gletsch und auf den Grimselpass. Er verbindet  Innertkirchen (Berner Oberland) mit Gletsch (Wallis) über eine Länge von 32,5 km. Die maximale Steigung beträgt moderate 9 %. Wir wollen in Innertkirchen auf den Campingplatz.

Auf der Passhöhe (2163 m ü. M.) gibt es viele Parkplätze aber es ist Samstag und wir ergattern am Rande der Straße einen Platz zum parken. Wir halten uns nur 30 min auf - hier ist es uns zu voll und laut. Neben hunderten von Motorradfahrern sind auch Porsche, Lamborghini und Ferrari unterwegs.

Wir fahren nur noch 30 min. und erreichen schließlich den Campingplatz Grimselblick in Innertkirchen. Auch hier ergattern wir gerade noch den letzten Platz.  Zur Rhone hin steht eine Steinmauer - sie soll das laute rauschen verhindern. Wir bezahlen für 3 Nächte 108 CHF ohne Strom. Die Ver- und Entsorgung ist sehr schlecht gemacht. Alles ist sehr eng.

Sonntag, 21.6.   sehr heiß bei 34°C   
Wir rollern zum Eingang der Rosenlaui Gletscherschlucht in Meiringen. Man muss aber die letzten km 8 CHF MAut bezahlen, die wir aber gerne bezahlen, denn es ist sehr warm und es geht teilweise steil hinauf. Vom Camping aus sind es nur 12 km. Es gibt viele Möglichkeiten zum wandern, immer wieder sehen wir Wanderschilder.

Auf der Internetseite heißt es: Lust auf Abkühlung? Das ist genau richtig an diesem heißten Tag. Die Kühle tut gut. Die Schlucht wird im Aufstieg besichtigt, durch einen urtümlichen Bergwald führt der Weg zurück zur Kasse und zum Café Schluchthüttli. Der Rundgang dauert ungefähr 45 Minuten und ist für Fussgänger jeden Alters geeignet. Stimmt aber es geht schon steil hinan und man braucht schon etwas Kondition. Aus den 45 min. werden bei uns aber fast 2 Std. nachdem wir am Ende uns noch einen Kuchen und Kaffee gönnen inklusive herrliche Aussicht.

Rosenlaui gilt als die kleinste Ortschaft der Schweiz und liegt auf 1328 m ü. M. im wildromantischen Reichenbachtal (Rosenlauital) im Berner Oberland. Die beeindruckende Gletscherschlucht Rosenlaui gehört zum UNESCO-Welterbe. Ein 1,2 km langer Rundweg führt über 200 Treppenstufen und durch Felstunnel vorbei an tosenden Wasserfällen und tiefen Strudeltöpfen. Mit der Gästekarte bezahlen wir statt 12 nur 10 CHF. Die sind es aber wirklich wert! Wir (und auch andere Wanderer die wir begegnen) sind begeistert. Selbst die Schweizer sind hin und weg vor Begeisterung.

unten: Man braucht schon Fantasie um die "Bilder" zu sehen.

Das tut gut. Selbst Thomas kam ins schwitzen!

Wir rollern zurück und kommen an einem alten Hotel vorbei. 

Wir sehen Holzhäuser - ob da jemand wohnt oder Ferienhaus?

Das Hotel Rosenlaui ist eines der ältesten und faszinierendsten historischen Hotels der Schweiz. Es liegt auf 1.330 Metern über Meer. Die Zimmer sind im Originalzustand von 1861 und 1905. Es gibt kein fliessendes Wasser und keine privaten Badezimmer im Zimmer. Etagenbäder. Es gibt kein WLAN, kein Fernsehen.

 

Das war ein toller, erlebnisreicher Tag. Selten so etwas schönes gesehen! Einfach beeindruckend!

 

Wanderer wie Thomas könnten eine tolle Wanderung machen:

  • Strecke: Rosenlaui – Schwarzwaldalp – Grosse Scheidegg – Grindelwald-First
  • Dauer: Ca. 4 bis 4,5 Stunden reine Gehzeit
  • Distanz: Rund 11,5 Kilometer
  • Höhenmeter: Ca. 850 m im Aufstieg, kaum Abstieg (da das Ziel First die Bergstation ist)
  • Highlight: Auf First angekommen, wartet der spektakuläre Aussichtssteg First Cliff Walk by Tissot. Anschließend geht es per Gondelbahn knieschonend hinab nach Grindelwald. 

 

Montag, 22.6.   sehr heiß und schwül, 36°C

Nach einem gemütlichen Frühstück rollern wir nach Meiringen und fahren mit der Reichenfallbach Standseilbahn zum Reichenbachwasserfall. Der Reichenbachfall bei Meiringen im Schweizer Kanton Bern ist eine imposante, 300 Meter hohe Kaskade aus sieben Wasserfällen. Berühmt ist der oberste, 120 Meter hohe Hauptfall vor allem als Schauplatz des finalen Kampfes zwischen Sherlock Holmes und seinem Erzfeind Professor Moriarty. Wir sind gespannt. Die Reichenbachfall-Bahn, eine historische Standseilbahn aus dem Jahr 1899 bringt uns in originalgetreuen Holzwagen direkt zu den Aussichtsplattformen. Wir kaufen nur das Bergticket für je 7 CHF, hinunter wollen wir wandern. Es heißt: ca. 30 bis 45 Minuten (je nach Gehtempo), Distanz: rund 2 bis 2,5 Kilometer, Höhenmeter: ca. 240 Höhenmeter bergab. Das schaffe ich gut, denke ich aber es wird nicht leicht - stellt sich dann heraus.

 

Die Reichenbachfall-Bahn ist eine historische, einspurige Standseilbahn mit einer Ausweichstelle, die am 8. Juni 1899 eröffnet wurde und heute zu den Kraftwerken Oberhasli AG  gehört. Ursprünglich wurde sie als Werkseilbahn für das angrenzende Wasserkraftwerk Schattenhalb gebaut, entwickelte sich jedoch rasant zu einer weltberühmten Touristenattraktion.
Streckenlänge: 714 m,  Höhenunterschied: 244 m (Talstation: 600 m ü. M. / Bergstation: 844 m ü. M.) 
Steigung: Mittlere Steigung: 36,9 % / Maximale Steigung: 57,9 %, Spurweite: 1000 mm (Meterspur), 
Fahrgeschwindigkeit: 2,0 Meter pro Sekunde

Thomas als Sherlock Holmes ? Na ja! 
Die Verbindung zwischen dem Reichenbachfall und Sherlock Holmes ist eines der berühmtesten Kapitel der Weltliteratur. Der Wasserfall verdankt seine weltweite Bekanntheit der Tatsache, dass der Autor Sir Arthur Conan Doyle ihn als Kulisse für den (vorübergehenden) Tod seines Meisterdetektivs wählte.

Man hat eine schöne Sicht auf Meiringen

Es ist so heiß - wir überlegen, den Bus zu nehmen aber er kommt erst in 1 Stunde

Der "Mord" am Reichenbachfall (1893)Im Jahr 1893 war Conan Doyle seiner eigenen Schöpfung überdrüssig. Die Geschichten über Sherlock Holmes nahmen all seine Zeit in Anspruch, und er wollte sich lieber historischen Romanen widmen. Er beschloss, den Detektiv sterben zu lassen.

In "Das letzte Problem" (The Final Problem, veröffentlicht im Dezember 1893) flieht Holmes vor seinem genialen Erzfeind, dem kriminellen Genie Professor Moriarty, quer durch Europa bis nach Meiringen in der Schweiz. 

Der weiße Stern: An der exakten (fiktiven) Absturzstelle am Wasserfall markiert ein weißer Stern mit einer Gedenktafel den Ort des Kampfes. Bild links.

  • Das Duell: Am 4. Mai 1891 (so das fiktive Datum in der Geschichte) kommt es auf einem schmalen Pfad direkt neben dem tosenden Reichenbachfall zum finalen Kampf zwischen den beiden Männern.
  • Der Sturz: Beide stürzen gemeinsam in den Abgrund des Wasserfalls. Dr. Watson findet später nur Holmes' Spazierstock, eine Abschiedsnotiz und Spuren eines Kampfes.

Doyle hatte den Zorn der Leser unterschätzt. Der Tod von Sherlock Holmes löste eine beispiellose Welle der Trauer und Empörung aus. Nach zehn Jahren ununterbrochenem Druck der Öffentlichkeit (und dem verlockenden Angebot astronomischer Honorare) gab Conan Doyle schließlich nach und schrieb 1903 die Geschichte "Das leere Haus" (The Adventure of the Empty House). Holmes kehrt lebend nach London zurück.

Wir marschieren weiter durch den schwülen Wald und sind froh, endlich am Roller anzukommen. Ich bin fix und fertig.

Am Roller und an der Talstation angekommen gibt es erst mal Heidelbeertorte und Kaffee (20 CHF) mit Blick auf die Seilbahn. Thomas möchte einen Obstbecher. Lecker! Am Camping angekommen wird erst mal lange kalt geduscht. Morgen reisen wir weiter. Wir wären gerne noch in die bekannte Aareschlucht aber wir wollen lieber an einen See zum baden.

Abends macht Thomas noch eine Rollertour auf den Sustenpass.

Dienstag, 23.6.   ca. 35°C  Nur mit Ohrstöpsel konnte ich schlafen, weil irgend ein lautes Geräusch zu hören ist. Auch die Aare hinter der Mauer hört man. Bevor es wieder so heiß wird, fahren wir ohne Frühstück die 38 km nach Sarnen am gleichnamigen See auf den Campingplatz Seefeld Park. Es geht Richtung Luzern, wo wir schon mal waren. Eigentlich wollten wir Richtung Interlaken zum wandern

Unterwegs sehen wir mal wieder, dass es in der Schweiz viele reiche Menschen gibt. Ein schnelles Auto nach dem anderen.

Der Campingplatz ist ziemlich voll aber wir bekommen noch einen Platz bis Donnerstag. Leider liegt Nr. 86 nicht im Schatten. Aber von unseren Lieben daheim erhalten wir die Nachricht, dass die 40°C Marke erreicht ist. Da sind wir froh, dass wir den See und den Pool direkt vor unserer Haustür haben.

Donnerstag, 25.6.    Über 38°C. Heute müssen wir umziehen auf einen Ersatzplatz da alles voll ist. Wir wollen bis Samstag bleiben bei dieser Hitze. Wir machen nichts außer baden und faulenzen. Erholsam ist das aber nicht. Der Ersatzplatz gefällt uns fast besser. Schattig und 10 m zum Pool. Wir lassen die Klimaanlage den ganzen Tag laufen und sitzen kaum draußen.

Samstag, 27.6. wieder sehr heiß und die Klimaanlage fällt aus.....

Ohne Frühstück starten wir um 7.45 Uhr unsere Heimreise. Wobei es nicht sofort heim geht, weil wir uns mit Holger und seiner Familie AM Sonntag zum Mittagessen verabredet haben. Deshalb übernachten wir auf dem Stellplatz in Bad Dürrheim an der Therme, weil es da Strom gibt, die wir für die Klimaanlage brauchen, wenn die mehr als 5 Std. laufen muss. Leider beachten wir nicht, dass es nur 4 Ampere gibt und so fällt die Klimaanlage immer wieder aus und so fällt die Sicherung raus und aus ist es. Da müssen wir zukünftig dran denken. Wir brauchen mindestens 8 Ampere. Wieder was gelernt. Das Treffen war schön und dann geht es endlich heim. So sehr haben wir uns noch nie auf Daheim und unser klimatisiertes Haus gefreut. Die Heimfahrt verläuft auch ohne Stau. Um 19 Uhr sind wir Zuhause.

Fazit: Es war ein erlebnisreicher Urlaub. Zuerst war es ein Winterurlaub dann fühlten wir uns wie in Afrika. Es war alles dabei. Wir haben sehr schöne Landschaften, Berge, Wasserfälle, Schluchten und See´n gesehen. Selten haben wir in einem Urlaub so viel erlebt. Eigentlich wollten wir die Grand Tour of Swizerland mit wandern verbinden aber durch die Hitze wurde das dann nichts. 

Urlaub in der Schweiz? Die Schweiz ist ein wunderschönes Land, die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Man hat noch Respekt voreinander. Ja, die Schweiz ist teuer. Aber die Schweizer verdienen auch mehr als wir Deutsche. Essen gehen ist im Prinzip nicht teurer als bei uns wenn man an den Umrechnungsfaktor denkt. 100 CHF sind eben 109 Euro. Was sehr viel teurer ist, sind Übernachtungsmöglichkeiten. Sowohl einfache Stellplätze als auch Campingplätze. Für 35 Euro bekommt man z. B. in Frankreich in der Vorsaison einen 4 oder 5 Sterne Camping mit Pool, Restaurant und vieles mehr. Ein einfacher Stellplatz ohne Strom kostet oft nichts oder 5 Euro. Das gibt es in der Schweiz gar nicht. Aber wir finden, dass sich eine Rundreise durch die Schweiz lohnt.